• Ani

Herz schlägt Kopf: Wie holzundglück entstanden ist.

Im Nachhinein bin ich sehr dankbar, wenn ich auf das, was ich in den letzten Monaten erlebt habe, zurück blicke. Ich glaube ja fest daran, dass alles so kommen wird, wie es kommen soll und jede Unwegsamkeit ihren Grund hat – auch wenn man diesen auf den ersten Blick noch nicht sieht.

 


Zu Beginn des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie ist mir, bei der Rückbesinnung auf das Wesentliche, schnell klar geworden, dass das hier nicht alles sein konnte. Ich habe angefangen, meine derzeitige Arbeitssituation zu hinterfragen und war ganz inspiriert von meinem älteren Bruder, der tatsächlich einmal an einem Sonntag Abend sagte: "Oh, cool, morgen kann ich wieder arbeiten gehen!".


Das wollte ich auch – mich am Wochenende schon auf die kommende Woche freuen. Mein Job hat mir immer Spaß gemacht, dennoch habe ich da wenig Erfüllung oder Herausforderung gefunden. Leidenschaft für das, was ich tue, konnte ich im Alltagstrott nur schwer empfinden. Dennoch habe ich gerade ein neues Studium angefangen, wollte mich an dieser Front weiterentwickeln. Könnte ich wirklich alles "hinschmeißen" und noch einmal neu anfangen? Was ist das Thema, für das ich Leidenschaft empfinden kann? Was sind die Dinge, die ich gut kann?


Meine Stärke lag immer in der Kommunikation und im Empathie-Empfinden für andere. Ich liebe es, Strukturen und Ordnung zu schaffen und glaube, dass ich da auch ein gutes Händchen für habe. Mir war sehr schnell klar, dass das die Fähigkeiten sind, die ich gerne weiter ausbauen möchte. Nun fehlte mir nur noch das "womit". Wie Schuppen fiel es mir von den Augen, als ich bei einem Spaziergang mit einer Freundin darüber sprach: Es gibt doch dieses eine Thema, das mich magnetisch anzieht und mein Herz schneller schlagen lässt. Seit meiner Kindheit habe ich Hochzeiten geliebt – früher mehr unter dem Aspekt "einmal Prinzessin sein", heute mehr deswegen, weil es einfach ein Fest voller Liebe, Freude, positiver Stimmung und Freundschaft ist.


Schnell begann die Recherchephase: Gibt es Hochzeitsplaner:innen nicht nur in Amerika? Und wenn in Deutschland, sind das nicht solche Exzentriker wie Froonck? Die Antwort war schnell gefunden: Nein. Der Markt kommt nach Deutschland, er wächst und es gibt diverse Stellen, bei denen man sich als Hochzeitsplaner:in ausbilden lassen konnte. Wie schnell mein Herz schlug, als ich das herausgefunden habe.


Nun ging es in Phase zwei: Kann ich das wirklich machen? Ich habe doch gerade mein Studium nebenberuflich angefangen... Selbstständigkeit stand nie auf meiner Bucket List... und überhaupt, mir geht es doch eigentlich ganz gut bei meinem jetzigen Arbeitgeber... Außerdem, wie soll ich das finanziell stemmen? Was, wenn ich nicht gut genug bin?

Ich weiß nicht, wie lange ich in dieser Phase steckte aber ich weiß, dass es mindestens mehrere Wochen dauerte, bis ich irgendwann, in einem Moment in dem meine Vernunft meinen Gefühlen überwogen war, mein Anmeldeformular für die Weiterbildung zur Hochzeitsplanerin abschickte. Kurze Zeit später kam der große Ordner mit den vielen Modulen und ich begann, ganz in diese neue Welt einzutauchen, die ich seit meiner Kindheit so liebte.


So lernte ich viel und mit wachsender Begeisterung, der Plan in meinem Kopf nahm Formen an und ich verbrachte viel Zeit damit, mir Gedanken zu machen, wohin mich diese Weiterbildung bringen soll. Ich merkte schon währenddessen, dass das Bild einer Hochzeit, das im traditionellen konservativem Sinne vermittelt wird, nicht zu mir passt. So begann ich, meine Nische zu suchen und zu schauen, wie ich das Thema Hochzeitsplanung zu meinem Thema machen kann. Die Antwort war naheliegend: Ich spezialisiere mich auf mein zweites Herzensthema, Nachhaltigkeit und Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks.


Viele arbeitsreiche Wochen und Monate später habe ich dann meine Ausbildung abgeschlossen, sodass ich nun zertifizierte Hochzeitsplanerin bin. Ich habe im Laufe des Gründungsprozesses so viele (eigentlich ausschließlich) wunderbare Menschen kennengelernt. Ich habe ganz viel Hilfe von den unterschiedlichsten Stellen erfahren und das hat mir sehr viel Kraft gegeben, auch die letzten Schritte trotz einiger Steine im Weg zu gehen.


Während ich diese Zeile tippe, kurz vor der offiziellen Gründung von holzundglück, bin ich unheimlich stolz auf das, was ich geschaffen habe. Jetzt fehlt nur noch ihr, ihr heiratswütigen Paare, die ein Fest feiern wollt, dass so schnell nicht vergessen wird :) Ich freue mich darauf, euch kennen zu lernen.




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